Historischer Hintergrund
Warum ein Feuchtwanger Stammtisch?
Die Familie Feuchtwanger steht für eine Münchner Geschichte, in der orthodoxes Judentum und tief verwurzelte altbayerische Lebensart nicht Gegensätze waren, sondern sich im Alltag berührten.
Von der Mitte des 19. bis ins frühe 20. Jahrhundert gehörten die Feuchtwangers fest zum Lehel. In der Familie wurden Schabbat und jüdische Traditionen gehalten; zugleich sprach man Münchnerisch, liebte die Berge, das Bier, den Biergarten und das Oktoberfest.
Überliefert ist die Geschichte von Angelo Feuchtwanger, einem Onkel des Schriftstellers Lion Feuchtwanger: Nach dem nahezu täglichen Besuch der Synagoge Ohel Jakob kehrte er häufig im Hofbräuhaus ein. Fiel dies auf einen Schabbat, ließ er anschreiben und beglich die Rechnung in der folgenden Woche.
An diese Gepflogenheit knüpft der Stammtisch an: An jüdische und bayerische Tradition wird nicht nur erinnert; sie wird im Gespräch, im Biergarten und in gemeinsamer Gastlichkeit fortgeführt.